Eine neue Impfung gegen Krebs

Das Zervix-Karzinom ist die zweithäufigste Krebsursache bei Frauen weltweit.

Eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs könnte die Erkrankungszahlen in Zukunft deutlich verringern.

Humane Papillomaviren gelten als Krebsauslöser.

 

Was sind eigentlich Papillomaviren?

 

Papillomaviren sind Warzenviren. Es gibt bis heute ca. 100 verschiedene Papilloma-

Virenarten, aber nur wenige sind für den Menschen von Bedeutung. Die meissten Menschen, fast jeder Erwachsene ist irgenwann damit in Kontakt gekommen, müssen jedoch keine Angst haben. In über 80% aller Fälle von HPV-Infektionen siegt das Immunsystem des Körpers und die Viren verschwinden unbemerkt von selbst. Es gibt also gutartige Papillomaviren, die z.B.  Hautwarzen verursachen.

Eine weitere gutartige Art, die allerdings lästig und unangenehm ist, verursacht die Genital-warzen, auch Kondilome genannt. Die Infektion erfolgt beim Sexualkontakt.

Und zuletzt kommt die bedeutsame Gruppe vom HPV-Viren. Die sind die Viren, die „High Risk“ genannt werden. Sie tragen ein erhöhtes Risiko an der Erkrankung  Gebärmutterhalskrebs und die Übertragung erfolgt ausschliesslich  sexuell.

 

Führt jede HPV-Infektion mit Papillomaviren zu Krebs?

 

Nein, nur vereinzelt ist das Risko erhöht an Krebs zu erkranken. Nur die Hochrisikotypen „High Risk“ sind an der Entstehung von Krebs beteiligt. Da nur wenige HPV-infizierte Menschen an Krebs erkranken müssen zudem weitere Risikofaktoren zur Krebsentstehung

beitragen. Ausserdem muss das Virus über Jahre hinweg im Körper persistieren, d.h.

die Viren müssen sich  dauerhaft in den Zellen eingenistet haben, damit eine Krebsvorstufe entstehen kann. Dies geschieht lediglich bei 1/5 der HPV-Infizierten. Da nicht alle infizierte Menschen Genitalkrebs entwickeln, muss es noch zusätzliche Risikofaktoren geben. Dazu gehören Rauche, Einnahme der Pille länger als 5 Jahre, geschwächtes Immunsystem,z.B. bei einer HIV-Infektion, Infektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern, wie Herpes Simplex oder Clamydien, mehrgebärende Frauen.

 

Wie verbreitet sich das Virus?

 

Die HPV-Infektion ist die häufigste sexuell übertragene Erkrankung überhaupt.

Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Infektionsrate bei bis zu 25%.

Die Ansteckung erfolgt über Haut- oder Schleimhautkontakte, also beispielsweise über Vagina, After Schamlippen oder Penis.

Kondome bieten aber nur einen begrenzten Schutz.

 

Wie kann ich wissen, ob ich infiziert bin?

 

Bei Frauen wird eine HPV-Infektion in erster Linie im Rahmen der Krebsvorsorgeunter-suchung entdeckt.

Es gibt einen Test der Papillomaviren erfasst. Schon geringste Mengen an Virusmaterial snd in der Gewebeprobe nachweisbar. So kann man nachweisen, ob die Patientin von den

„High Risk“-Viren betroffen ist.  50% von denen können Gebärmutterhalskrebs entwickeln.

Männer sind sich dieser Infektion mit HPV-Viren gar nicht bewusst.

Bei Vorliegen einer HPV-Infektion der Frau ist es sinnvoll auch den Partner zu untersuchen. Bei positiven Frauen kann man bei etwa 25% der Männer die Infektion ebenfalls nachweisen. Doch der Nachweis ist schwierig. Eine Peniskopie, das Betrachten des Penis mit einem Mikroskop ist nicht sehr verbreitet.

 

Wie kann ich mich vor einem Infekt schützen?

 

Die einzige absolute Sicherheit ist die sexuelle Abstinenz. Das Kondom bietet keinen sicheren Schutz vor einer Infektion, da die Übertragung der Viren durch Hautkontakt erfolgt. Im September 2006 wurde der erste Impfstoff gegen Humane Papillomaviren

zugelassen. Die Impfung wirkt nur vorbeugend und richtet sich daher vorwiegend an Personen, die noch nicht mit HPV-Viren infiziert sind.

 

Impfung statt Krebsvorsorge?

 

Untersuchungen an bereits geimpften Frauen haben gezeigt, dass die Impfung fast 100%-ig

zu einem langfristigen Schutz führt. Dennoch sollte auf keinen Fall auf die jährliche Krebs-

früherkennungsuntersuchung  beim Frauenarzt verzichtet werden, da neben der durch den Impfstoff abgedeckten Viren auch andere Typen Krebs auslösen können.

Ein HPV-Impfung ist jedoch kein Ersatz für die Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Nur wenn beide Vorsorgemassnahmen (Impfung und regelmässige Untersuchung) zum Einsatz kommen, kann eine Frau von einer grösseren Sicherheit vor Gebärmutterhalskrebs profitieren.

 

 

Wer soll geimpft werden?

 

Alle Frauen können geimpft werden. Derzeit liegen Empfehlungen für Mädchen und Frauen ziwschen  9 und 26 Jahren vor. Ideal ist es,  wenn die Impfung vor dem ersten  Geschlechtsverkehr stattfindet.

Der Impfstoff ist 100% sicher. Die Immunisierung erfolgt über eine dreimalige Gabe und wir gut toleriert. Es ist aber wichtig die Impfung komplett durchzuführen da sonst keine 100% Impfschutz  gewährleistet wird.

Frauen über 27 Jahre sollten individuell durch Ihren Frauenarzt beraten werden.

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